Erfolg in Zahlen: Was die faire Stadt geschafft hat

Beitrag im Lippstädter Patrioten vom 29.08.2018. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung von Kristina Rückert am 17.09.2018. Links + Fettdruck nachträglich ergänzt.
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Das Fairtrade-Town-Siegel wird zum dritten Mal verlängert. Zeit für eine Bilanz

„Kaffee? Gern. Seit sechs Jahren schon wird den Besuchern im Stadthaus ein Koffeinkick aus fairem Handel angeboten. Das Stückchen Zucker inklusive. Genauso lange darf sich Lippstadt Fairtrade-Town nennen – und das ist auch der Grund, weshalb hier fairer Kaffee ausgeschenkt wird. Im kommenden Monat erhält die Stadt das Siegel zum dritten Mal. Die Verlängerung der Auszeichnung ist Grund mal nachzuhaken, welche Erfolgszahlen der faire Handel in Lippstadt aufweisen kann.

5 Bedingungen muss eine Fairtrade-Town erfüllen und dazu gehört neben dem fairen Kaffee im Rathaus die Einrichtung einer Steuerungsgruppe, eine von der Größe der Stadt abhängige Anzahl an Geschäften, die faire Produkte anbieten. Gleiches gilt für öffentliche Institutionen (Schulen, Kindergärten, Vereine). Schließlich müssen die Medien vor Ort – wie unsere Zeitung – über die Aktivitäten berichten.

11 Mitglieder hat die Lippstädter Steuerungsgruppe mit Koordinatorin Angelika Balmes und Sprecherin Margot Bell. Die Stadtverwaltung wird durch Gudrun Strathoff vertreten. Außerdem dabei sind Vertreter von Service- Clubs, Kirchen, Schulen, Gewerkschaften, der Ini und des Weltladens.

19 Einzelhändler aus Lippstadt machen mit und bieten mindestens zwei fair gehandelte Produkte an. Darunter sind Lebensmittelgeschäfte, aber auch ein Steinmetz, der garantiert, dass seine importierten Steine ohne Kinderarbeit abgebaut wurden. Auch Floristen, ein Modehaus und demnächst ein Kindermodengeschäft sind auf dieser Liste vertreten.

14 Cafés und Restaurants erfüllen die Bedingungen und haben je mindestens zwei Produkte aus fairem Handel auf der Karte. Meist sind das Kaffee und/ oder Tee und Zucker. Immer mehr Unternehmen schließen sich der Initiative an. Es kommt aber auch vor, dass mal jemand aussteigt, sagt Gudrun Strathoff. Zum Beispiel im Rahmen einer Geschäftsaufgabe.

7 Institutionen unterstützen den fairen Handel: der Jakobi-Kindergarten, das Ini-Berufskolleg sowie das Berufskolleg Stift Cappel (als Fair-Trade- School), der ökumenische Intiativkreis Eine Welt, die Soroptimisten, der Lions Club und die evangelische Kirchengemeinde.

37 Artikel hat unsere Zeitung bisher über Lippstadt als Fairtrade-Town veröffentlicht. Die Berichterstattung beginnt am 13. Juli 2011 mit dem Titel „Auf dem Weg zur Fairtrade- Town“ und kündigt ein Treffen des Lippstädter Netzwerks an, bei dem die ersten Schritte geplant werden sollen.

2 verschiedene Geschmacksrichtungen umfasst das Sortiment der fairen Stadtschokolade: Vollmilch und Zartbitter. Es sollen noch mehr werden. Gudrun Strathoff: „Uns schwebt vor, das Sortiment zu erweitern.“ …

23 Veranstaltungen hat die Steuerungsgruppe bisher durchgeführt. Neben verschiedenen Vorträgen etwa zu Geldanlagen oder fairer Kleidung auch eine Filmvorführung im Kino und ein Schokoladen-Parcours für Kinder. Der Eintritt ist stets kostenfrei, schließlich sollen möglichst viele Bürger erreicht werden. Die Stadt hilft, indem sie die Räume zur Verfügung stellt. Über den Weltladen beteiligt sich Lippstadt an dem deutschlandweiten Projekt Faire Woche.

3 Kriterien sollten Verbraucher beim Einkaufen beachten, sagt Margot Bell. Regional, saisonal und fair. Sie ist überzeugt:
„Wir als Verbraucher haben es in der Hand. Wenn wir uns weigern Produkte zu kaufen, die unter schlechten Bedingungen hergestellt werden, dann werden sich die Produzenten umstellen.“

5 verschiedene Fair- Handels-Siegel gibt es – mindestens. Im Unterschied zu Bio-Siegeln sind sie nicht staatlich reguliert.
„Jedes hat einen anderen Schwerpunkt“, weiß Margot Bell. „Da muss man selber gucken, was einem am wichtigsten ist.“ Am bekanntesten sind wohl das blau-grüne Fairtrade-Siegel sowie das der Importorganisation Gepa.

4 bis fünf Mal im Jahr kommen die Mitglieder der Steuerungsgruppe zusammen, um Veranstaltungen vorzubereiten und sich zu beraten. Hinzu kommen Arbeitsgruppen – zum Beispiel die Schoko-Gruppe, die sich um die Wahl des Herstellers und die Verpackung gekümmert hat.

450 Meter muss der Hausmeister der Stadtverwaltung bis zum Weltladen laufen, um dort Nachschub an Kaffee und Zucker für die bürgermeisterliche Kaffeerunde oder andere Veranstaltungen in Stadt- oder Rathaus zu holen. Denn dass der Bürgermeister fairen Kaffee ausschenkt, ist eine der fünf Bedingungen, die eine Fairtrade-Town erfüllen muss.“